Flughafen Gran Canaria (Aeropuerto Gando, LPA)
Auf halben Weg zwischen der Inselhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria und dem Touristenzentren im Süden rund um Maspalomas liegt der Flughafen von Gran Canaria, der Aeropuerto de Gran Canaria (IATA-Code: LPA).
Der Flughafen liegt an der Bucht Bahía de Gando und wird daher auch als Flughafen Gando bezeichnet. Das Gelände des Flughafens grenzt an die Gemeinden Ingenio und Telde. Zum Flughafen gehört auch ein großes Kontrollzentrum, zu dessen Aufgabe auch die Überwachung von interkontinentalen Flügen gehört.
Inselhüpfer und internationale Flüge von Gran Canaria aus
Betreiber des Flughafens von Gran Canaria ist die staatliche Flughafenbetreibergesellschaft AENA. Zum einen starten hier die kleinen Inselhüpfer von Binter und Islas Airways, mit denen man alternativ zur Fähre und Boot, zwischen den kanarischen Inseln reisen kann. Der insuläre Verkehr macht aber nur etwa 16 Prozent des Flughafenverkehrs aus.
Die meisten Flüge von Gran Canaria gehen auf das spanische Festland, nach Deutschland und auch nach Großbritannien. 2009 wurden auf dem Flughafen von Gran Canaria 10.300.000 Passagiere gezählt. 2007 wurden 114.351 Starts bzw. Landungen verzeichnet. Die meisten Flüge gehen vom Terminal A aus. Terminal B ist für Flüge innerhalb der Inseln und in Richtung Afrika (Marokko).
Flughafen Gran Canaria auf Platz 5 in Spanien
Bei den Passagier- und Frachtzahlen liegt der Flughafen von Gran Canaria auf dem fünften Platz der Flughäfen in Spanien (nach Madrid, Barcelona, Málaga und Palma de Mallorca) und er gehört zu den 25 wichtigsten Flughäfen in Europa.Der Flughafen ist mit zwei Landebahnen ausgestattet. Gleich neben dem zivilen Flughafen ist auch ein Stützpunkt des spanischen Militärs, hier starten und landen auch zahlreiche Militärflugzeuge. Eine der beiden Pisten des Flughafens ist für den militärischen Bereich reserviert.
Verkehrsanbindung des Flughafens
Direkt am Flughafen führt die Inselautobahn GC-1 vorbei. Der Flughafen hat natürlich auch eine eigene Abfahrt. Mehrere Buslinien verbinden den Flughafen mit dem Süden und mit Las Palmas de Gran Canaria. Der geplante Zug von Las Palmas in den Süden wird auch am Flughafen halten.Lage des Flughafens
Das Flughafengelände befeindet sich 23 Meter über dem Meeresspiegel. Er profitiert von dem gleichmäßigen angenehmen Klima auf den Kanarischen Inseln, Flugausfälle wegen schlechtem Wetter sind selten bis gar nicht existent. Die letzten Flugausfälle gab es im April 2010 wegen der Aschewolke nach Vulkanausbruch auf Island. Auch wegen des guten Wetters gilt der Flughafen von Gran Canaria als sicher. Operationen wie Starts oder Landungen sind 24 Stunden am Tag möglich. Auf den beiden Landebahnen wäre es möglich 53 Flugbewegungen pro Stunde auszuführen. Eine so hohe Auslastung gibt es aber noch nicht einmal zur Hochsaison.Geschichte Flughafen Gran Canaria
Gran Canaria liegt auf dem halben Weg zwischen Südamerika und Europa. Was für Schiffe auf Überseefahrt wichtig war, war auch zu Beginn der Luftfahrt von Bedeutung, auf den Kanaren war die letzte Möglichkeit, vor der Reise nach Übersee einen Zwischenstopp oder eben eine Zwischenlandung durchzuführen. Ein königlicher Erlass aus dem Jahre 1930 regelte dann, dass die Land- und Seeeinrichtungen, die in Gando gebaut werden sollten, zum staatlichen Flughafen werden sollten. Der erste Flug von Madrid nach Gran Canaria erfolgte dann 1933, die erste Linienverbindung zwei Jahre später. 1935 gilt daher auch als Jahr der Flughafeneröffnung auf Gran Canaria. 1936 startete von hier aus der Flieger, der Francisco Franco, den späteren Diktator Spaniens, aus seinem kanarischen Exil nach Tetuán bringen sollte und zwar am 18. Juli 1936, gleich zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs.Ausbau des Flughafens
Bis 1948 war die Start- und Landebahn noch nicht asphaltiert. Erst als die Landebahn 1957 auf 2000 Meter erweitert wurde, wurde auch Asphalt verbaut. Bereits 1960 erfolgte die Verlängerung auf 3100 Metern, es folgten weitere Erweiterungen und Ausbau der technischen Einrichtungen. Der Tower wurde erst 1966 fertig gestellt. Die größte bedeutende Veränderung erfuhr der Flughafen von Gran Canaria dann 1980 mit der Übergab einer zweiten Start- und Landebahn.Militärflughafen auf Gran Canaria
Ein Ärgernis im Einflugbereich des Flughafens sind sicherlich auch die Tiefflieger im Landeanflug auf den Militärflughafen von Gran Canaria. Der Luftwaffenstützpunkt, Base Aérea de Gando, Mando Aéreo de Canarias, MACAN, grenzt östlich an den Zivilflughafen. Hier sind auch einige Jagdbomber des Jagdgeschwaders Ala 46 in permanenter Alarmbereitschaft abgestellt. Zu den Aufgaben dieses Jagdgeschwaders gehört die Luftverteidigung des spanischen Luftraums rund um die Kanarischen Inseln.
Minisat 01
Vom Luftwaffenstützpunkt Gando aus wurde bisher einmalig ein spanischer Satellit (Minisat 01) gestartet. Zu diesem Zweck hob am 21. April 1997 ein Flugzeug des Typs L-1011 mit einer Pegasus XL-Rakete ab, die dann über dem Atlantik gestartet wurde.Space Shuttle
Der Flughafen von Gran Canaria verfügt über eine so lange Landebahn, das er wohl auch als alternativer Landeplatz für den Space Shuttle in Betracht gekommen wäre.Bombenexplosion am Flughafen von Gran Canaria
Am 27. März 1977 explodierte am Flughafen von Gran Canaria eine Bombe einer kanarischen Unabhängigkeitsbewegung. Die Bombe richtete Sachschaden an, es war wohl vorher rechtzeitig möglich gewesen, den betroffenen Bereich zu evakuieren. Trotzdem werden acht Menschen verletzt. Der Alarm hatte allerdings weitreichende Folgen. Der Flughafen von Gran Canaria wurde geschlossen, man suchte nach einer zweiten Bombe, Flugzeuge mussten nach Teneriffa ausweichen, wo es dann im Nebel zur schlimmsten Flugzeugkatastrophen der zivilen Luftfahrt kommt als eine KLM 4805 und eine Pan AM 1736 auf der Startbahn mit einander zusammenstoßen und 583 Menschen sterben (Flugzeugkatastrophe von Teneriffa).Flughafen bei San Agustin
Auf Gran Canaria gibt es noch einen weiteren Flughafen und zwar den bei San Agustin im Südosten der Insel, nur 15 Kilometer vom Verkehrsflughafen entfernt. Es ist nur ein kleiner Flughafen, hier heben die Werbeflugzeuge ab, die den Süden mit Fluglärm belästigen und von hier kann man Rundlüge über die Insel, mit kleinen Flugzeugen und Hubschrauber, buchen. Außerdem ist es möglich hier Fallschirmspringen zu betreiben. Der Flughafen befinde sich gleich hinter der kleinen Rennstrecke und bei der Kartbahn.
Ab und an finden auf dem kleinen Flugplatz auch Flugshows mit Helikopter, Rettungseinsätzen und vielen Flugzeugen zum Anschauen statt.